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Gangnam-Styles

Das böse Internet bietet die Möglichkeiten illegal Musik herunter zu laden und die armen Künstler gehen daran zu Grunde. Diese ist ja der altbekannte Kanon der Musikindustrie. Aus frei verfügbaren Kunstwerken erblühen jedoch oft ganz neue und sehr unterhaltsame Werke. Ein Paradebeispiel liefert uns “Gangnam Style” von PSY. Als ich das Ding immer wieder im Lokalradio hörte dachte ich erst an irgendwelche stark behaarten Männer die in einem 80er Jahre Outfit herum hampeln. Dem Druck der örtlichen Radiosender beugend, suchte ich nach dem Musikvideo und war ziemlich überrascht, dass es sich eigentlich einen Typen des Formates von Vince Masuka handelt.  Eine zentrale Eigenschaft solcher Ohrwürmer ist, dass sie sich rasend schnell im Internet verbreiten und von allen möglichen Leuten in manigfachen Kontexten wiedergegeben werden. So findet sich auch prompt eine Englische (http://www.youtube.com/watch?v=tKwdDbdPego) Deutsche (http://www.youtube.com/watch?v=5vbrMXQvHeQ) Übersetzung des Werkes. Der Fantasie sie sind keine Grenzen gesetzt.  Von diesem  hyperaktiven Song gibt es  auch eine langsame Version (http://www.youtube.com/watch?v=HmBByDQHJAA). Das Werk vermag auch ganze Regionen zu begeistern, beispielsweise Minesota (http://www.youtube.com/watch?v=x0z078OcLbM) und selbst verschiedene Kultur geben sich friedlich koexistent (http://www.youtube.com/watch?v=3zr2gzdPl3M) bei dieser Form von Unterhaltung. Obama bekommt sein Fett weg (http://www.youtube.com/watch?v=Xwh8kWuire8), leider habe ich noch keine Parodie von Christoph Blocher oder der SVP gefunden. Für Unterhaltungswert sorgen die Mitglieder der Partei ja sowieso selbst, wie Erich Hess gerade kürzlich wieder bewiesen hat (http://www.youtube.com/watch?v=VM-aiSxi9ik). Selbstparodien haben ja eine lange Tradition, man erinnere sich an den Parteipräsident Ueli Maurer (http://www.youtube.com/watch?v=GQvYG0si87Q). Dass sich Rechtspopulismus und Gangnam-Style nicht ausschliessen zeigt gleich der Führer höchst persönlich (http://www.youtube.com/watch?v=_tILqds7-jg). Doch genug der Politik und zurück in die Unterhaltungsindustrie. Gandalf (http://www.youtube.com/watch?v=M660rjNCH0A) gibt sich die Ehre  und man soll jetzt nur noch sagen, dass Klingonen (http://www.youtube.com/watch?v=CayMeza487M) keinen Humor besitzen. Für den Sexualunterricht geeignet ist wohl die “Open-Condom”-Version (http://www.youtube.com/watch?v=77TpN2wWBtE), welche nebenbei erwähnt tatsächlich nur mittels Kondomen entstanden ist. Wer sich nicht daran hält wird sich bald mal mit der  Baby-Version ( http://www.youtube.com/watch?v=7iheCrwQQlI)  identifizieren können oder müssen.

Schweizer Post: Spam und Depressionen

Sehr geehrte Damen und Herren

Als ich heute meinen Briefkasten öffnete flatterte mir ein gelbes unadressiertes Papier entgegen mit dem Titel “Die neuen Dienstleistungen”. Interessant hierbei ist der Umstand, dass diese Werbung ja von Ihrem Unternehmen also der Post kommt und als erstes fragte ich mich, welcher teil von “Bitte keine Werbung” ihre Mitarbeiter wohl nicht verstanden haben. Von einem Pizzaboten, die mir auch immer wieder unerwünschtes Altpapier abliefern, erwarte ich ja weder Aufrichtigkeit, noch Leseverständniss, aber Ihr Unternehmen ist momentan noch ein Staatsbetrieb. Man müsste noch betonen, dass an diesem besagten Briefkasten nicht ein, nicht zwei, nicht 3, nein ganze 4 solcher Kleber angebracht sind, gar verschieden rotiert, also gut lesbar in jeglicher Schräglage. Meiner Einschätzung nach leidet der betreffende Mitarbeiter, der diese Dokument dort hinterlegt hat, an einem bilateralen ventralen insult, da er anscheinend noch fähig zu sein scheint, ein Blatt Papier in einen Schlitz zu befördern, jedoch sich ausser Stande sieht die Bedeutung von 4 roten Markierungen zu erschliessen.

Meine drastischen Formulierungen und das will ich hier doch nochmals unterstreichen ist keine Art von Hass auf das Unternehmen der Post. Davon distanziere ich mich vehement. Vielmehr widerspiegelt es meine jahrelangen Erfahrungen als Kleinkunde. Subtil begonnen hat dies sicherlich mit der Einführung von diesen Abreissnummerautomaten, welche dem Kunden jegliche Fähigkeit, sich sozial in Reih und Glied zu stellen, absprach. Als positiver Nebeneffekt konnte Personal eingespart werden, da jetzt ja sowieso alle geduldig wie Schafe auf der Weide, devot die Anzeigetafel anflehend, auf das klingeln dieses gottverdammten Gongs warten. Das E-Mail und die einhergehende Stagnation der Brieflichen Korrespondenz schien einige ihrer Manager zu sonderbaren Ideen getrieben zu haben und so funktionierte irgend ein Wirtschaftsgenie die Post einfach zum Gemischtwarenladen um. Ich meine, Achmed vom Kiosk nebenan verkauft ja auch Briefmarken, warum soll die Post nicht auch allen möglichen Ramsch anbieten. Und so entwickelte sich der Gang zum Schalter zu einem Hürdenlauf um Handyschaukästen, Süssigkeitenregale und Wühltische herum. Noch rechtzeitig am Schalter angekommen, hab ich mir denn auch angewöhnt den Postbeamten freundlich aber bestimmt zu begrüssen  mit “Guten Tag, und nein ich brauche keine regionalen Abfallsäcke!”. Doch scheine ich nicht alleine mit meinen Erfahrungen da zu stehen. Eine Freundin hatte begonnen den Begriff “Zumutung” synonym für Ihr Unternehmen zu gebrauchen. Das hat natürlich auch seinen Grund, denn früher konnte man noch ganz praktisch Briefmarken aus den Automaten, die vor jeder Poststelle und jedem Bahnhof standen, raus lassen. Diese patenten Geräte fand sie eines Tages nicht mehr und wurde damit gezwungen sich der Schalterhalle zu stellen. Dort lauern Gefahren, glauben Sie mir. Des öfteren wurde sie auf perfide Art und weise, beispielsweise in Örlikon, von Rettet-Die-Welt-Promotern angesprochen, im Postgebäude drinnen. Das eine mal war es ein, “Hey, dich kenne ich doch…”, das andere mal wurde “aus versehen” ein Schreiber fallen gelassen, um ins Gespräch zu kommen und Spenden ab zu schnorren. Vor solch dreistem Treiben kann man sich nicht hinter einem Wühltischen verstecken. Zusammenfassend, ist es doch sehr unangenehm, besonders als Frau, wenn einem Wildfremde typen in einer Post-Filiale bedrängen.

Doch ich schweife ab, denn eigentlich ging es ja um den so stilvoll und marketingtechnisch sehr ausgereiften Flyer über “neue” Dienstleistungen an dieser Postagentur, welche anscheinend kurzerhand in der Hirschwiesen-Apotheke einquartiert wurde. Ich war einmal in dieser alten Poststelle um ein Paket aufzugeben und wartete. Nicht etwa wegen der vielen Kunden, sondern weil für zwei Arbeitsplätze ein Computer zur Verfügung stand und die Postbeamten sich scheinbar ziemlich schwer taten diesen zu bedienen. Diese Szenerie betrachtend, kam es mir vor wie eine Zeitreise. Vorsichtig überquerte ich  nach dem Aufgeben des Pakets den Parkplatz aus Angst von einer Postkutsche überrollt zu werden. Bleiben wir bei den “neuen” Dienstleistungen dieser Postagetur: Aufgabe von Sendungen, Abholungen von Sendungen, Zahlungsverkehr, Briefmarken. Und ich dachte ich kenne bereits alle Dienstleistungen, die eine solch moderne Postagentur mit sich bringt.

Na ja, vielleicht ist es ja auch zuviel verlangt einen Flyer, den man nicht mal bekommen will, attraktiv, innovativ und ansprechend zu gestalten. Zumindest dahingehend, dass es nicht nur das Zielpublikum anspricht, welche noch mit dem Einzahlungsbüchlein zur Post gehen, obschon die Apotheke als Ersatz-Post dahingehend klug ist. Statt Handy’s und Süssigkeiten, Temesta und Stützstrümpfe. Den Spruch, dass die Post eine Depression sei gilt so zumindest auch nicht mehr, denn statt der Abfallsäcke wird der Post-Verkäufer nun  versuchen einem Johanniskraut aufzuschwatzen.

Mit humorvollen Grüssen

Markus Graf

Wenn Parlamentarier Spamen, heute: Luzi Stamm

Guten Tag Herr Stamm

Das unten genannte Rundschreiben wurde an meine Adresse gesendet, obschon ich nie einen Newsletter bei Ihnen abonniert habe. Bitte teilen Sie mir bitte mit, woher Sie diesen Datensatz bezogen haben.

Mit freundlichen Grüssen
Markus Graf

On 27.09.2012, at 18:04, luzi.stamm@parl.ch wrote:

Rundbrief 2012 – Nr. 5

NEU: Unterschriftsbogen
zum Ausdrucken & Zurücksenden

Liebe Freunde und Bekannte
Sehr geehrte Damen und Herren

Für einmal stelle ich meine traditionelle ≥Power-Point-Beilage„ an den Anfang. Die Bilder zeigen beeindruckend,
wohin die weltweite Bevölkerungs-Zunahme führen kann (vor allem die letzten Bilder beachten). Bitte anklicken:

http://www.luzi-stamm.ch/2012/05-ueberbevoelkerung.pps!

Eine weitere Neuigkeit: Für einmal füge ich Ihnen einen Unterschriften-Bogen bei (im Anhang). Es würde
mich freuen, wenn Sie diesen ausdrucken, ausfüllen, in ein Couvert stecken und an mich zurückschicken
könnten (oder an die Initianten der Volksinitiative). Meine Adresse:

Luzi Stamm
Seminarstrasse 34
5400 Baden

Beim Unterschriften-Bogen handelt es sich um die ≥Ecopop-Initiative„. Die Initianten schreiben:

≥STOPP DER ÜBERBEVÖLKERUNG.  Alle 12 Jahre eine Million mehr Einwohner! Über 80Œ000 Zuwanderungen pro
Jahr sind zuviel. Die Folgen sind Zubetonierung der Schweiz, Stau auf den Strassen, überfüllte Bahnen,
sinkende Lebensqualität, Kulturlandverlust, Artensterben, steigende Mieten, sinkende Löhne. Die Initiative
verlangt eine verbindliche Reduktion der Nettoeinwanderung.„

Meiner Meinung nach würde diese ≥zweite Einwanderungs-Initiative„ ˆ auch wenn sie aus eher ökologischen
Kreisen stammt ˆ unsere Bemühungen stärken, die Einwanderung wieder steuerbar zu machen. Wenn neben der
SVP-Initiative auch diese ≥Ecopop-Initiative„ zustande kommt, wird der Druck grösser, dass der Bundesrat
das Personenfreizügigkeitsabkommen neu aushandeln muss. Die heutige Regelung mit der EU, die überhaupt
keine Begrenzung der Einwanderung mehr zulässt, ist auf lange Sicht untragbar.

Beim Ausdrucken / Ausfüllen des Unterschriftenbogens bitte folgendes beachten:
-    Sie brauchen nur die erste Seite (zweite Seite wegwerfen); bitte Ihren Namen etc. eintragen (obere Zeile
Kanton, PLZ, Gemeinde; untere Zeile Name, Geburtsdatum, Strasse / Haus-Nr. plus Unterschrift).
-    Um die Beglaubigung der Gemeinde müssen Sie sich nicht kümmern.
-    Pro Unterschriftenbogen dürfen nur Personen aus derselben Gemeinde aufgeführt werden / unterzeichnen.
-    Ein Couvert anschreiben und bitte frankiert an mich zurücksenden.

Es würde mich freuen, von Ihnen Post zu erhalten. Herzlichen Dank im Voraus.

Wie immer mit besten Grüssen

Luzi Stamm

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