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Rehabilitation in Gais – Sonne, Sommer, Sonnenschein!

Nun sitze ich in meine Zimmer, diesen Bericht schreibend, und kann dabei die grandiose Aussicht auf den Alpstein geniessen. Ende gut, alles Gut, so könnte man diesen Zustand sehr gut beschreiben. Meine Eltern fuhren mich vom Universitätsspital in die Klinik Gais und da warf ich mich nach einem gediegnen Essen im Bistro zuerst mal ins Bett. Mir war immer noch schwindlig und der Brustraum zog und spannte. Aber die Atmosphäre, das schöne Wetter, die frische Luft und die Stille liessen jeden Schmerz schnell vergehen.

Am folgenden Tag startete das Programm mit Übungen und Terminen aller Art. Arztbesuche, Entspannung, Ergo-Training und Muskelaufbau stand auf dem Programm. Dazu gibt es immer wieder genug Zeit zur Erholung. Da ich noch auf der Überwachungsstation lag, musste ich dreimal am Tag Blutdruck messen und ab und zu wurde Blut genommen um die Blutgerinnung auf den richtige Wert zu bringen, schliesslich brauche ich die ersten drei Monate noch Marcoumar, ein Gerinnungshemmer. Mit der Zeit konnte ich dann auch endlich wieder durchschlafen und brauchte keine Schmerzmittel mehr. Nach etwa vier Tagen war auch das Treppensteigen nicht mehr so anstrengend und ich hab mir angewöhnt immer die Treppe zu nehmen. Am Wochenende, also nach fünf Tagen besuchte mich dann auch meine Traumfrau und ich beschloss ein wenig den Berg hinauf zu gehen und dabei zu schauen, wie viel ich schon mag. Wir staunten nicht schlecht, als wir nach gut anderthalb Stunden auf dem unteren Gäbris standen. Der Retourweg war zwar eine Qual aber interessanterweise funktioniert alles noch. Nach einer Woche kam ich von Gruppe 5, welche aus noch nicht so fiten Patienten besteht in die Gruppe 3, die auch längere Spaziergänge und Wanderungen unternahmen. Da machte ich mich nun zum ersten mal mit Nordic-Walking zum Affen. Schön war zu sehen, wie jeden Tag irgendwelche Beschwerden verschwanden und neue Beweglichkeit und Leistung zu Tage kam. Es machte Spass sich so zu bewegen und auch wenn man in gewissen Sachen etwas eingeschränkt war, hatte ich nach jedem Training ein gutes Gefühl, was sich auch auf die Psyche positiv auswirkte. Und nach dieser Unbeweglichkeit und den ja schon fast traumatisierenden Erlebnissen im Unispital machte es mir auch nichts morgens auf nüchternem Magen hinter der Klinik in kaltem Nieselregen das Morgenturnen zu absolvieren. Mittlerweile hatte ich sogar, ja man würde es kaum für möglich halten, die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einer Psychologin. Leider kam das ein wenig spät, denn in der Zwischenzeit hat sich auch meine Psyche wieder fast erholt. Bei den meisten Patienten, die einen solchen Eingriff hatten, kommen Ängste, wie etwa alleine Spazieren gehen und auch denen muss ich mich nun noch stellen.

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