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Bin ich ein potentieller Amokläufer?

Zugegeben ich spiele selten “Killerspiele” wie etwa Counter Strike, denn dafür fehlt mir meist die Zeit. Doch nach Meinung einiger Parlamentarier bin ich damit schon ein potentieller Amokläufer. Evi Allemand hat eine Motion für eine gesetzliche Grundlage eingereicht, “die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen.”

Wieder einmal zeigt es sich, dass gewisse Politiker völlig ins Blaue hinaus argumentieren. Die Motion ist redundant, da wir bereits über ein scharfes Gesetz verfügen, was die Darstellung von Gewallt auf allen Ebenen verbietet. Ausserdem wird das Begehren mit einzelnen Amokläufen begründet, ohne dabei statistische Fakten zu kennen. Einer Studie in Deutschland zu folge spielen 75% aller Jugendlichen Spiele die in die angeprangerte Kategorie fallen. Wenn ich beispielsweise auf einem beliebigen Platz in Deutschland 10 beliebige Jugendliche fragen würde, ob sie gelegentlich solche Spiele spielen, würden in Durchschnitt über 7 diese bejahen. Somit bestätigt die Tatsache, dass es mehr Spieler unter den Amokläufern gibt nicht, dass Spieler eher zu Amokläufen tendieren, sondern lediglich dass die meisten Jugendlichen spielen.

Man könnte genau so gut sagen, dass die Mehrheit der Amokläufer Jeans trugen. Die Mehrheit der Jugendlichen trägt Jeans. Sollen wir also Jeans verbieten?

Zu diesem Thema wurde fand ich ein interessantes Flugblatt auf stigma-videospiele.de.

Und zur Unterhaltung aller CS-Fans:

UPDATE:
Auch interessant: http://psycholog.sulb.uni-saarland.de/2009/10/12/amoklaufe-sind-im-vorfeld-erkennbar/

3 Comments

  1. Die Aussage, dass das Spielen von sogenannten “Killerspielen” eine Ursache für Amoktaten sein könne entbehrt jeglicher Beweisführung. Man kann mit Spielen ähnlich wie bei einem Simulator (z.B. Flugsimulator) gewisse Abläufe und Handlungsweisungen trainieren. Einige Armeen trainieren so auch ihre Soldaten, doch dass man deswegen gleich ein Amokläufer sein soll ist an den Haaren herbeigezogen.

    Amokläufe haben in der Regel eine andere Ursache. Wenn man sich die Täter anschaut, sind es oft Einzelgänger, die von Mitschülern gehänselt oder ausgeschlossen wurden. Es sind Opfer subtiler Gewalt, die irgendwann durchdrehen und sich an ihrem Umfeld rächen. Sie z.B. Amoklauf von G. Tschanun. Dieser wurde im Vorfeld von Arbeitskollege gemobbt ehe er zur Waffe griff und diese erschoss.

    Unsere Politiker sollten sich besser informieren ehe sie Dinge verbieten. Wir sollten uns zusammenschliessen und ein Komitee gegen ein Verbot von Killerspielen gründen.

    Sunday, June 7, 2009 at 14:01 | Permalink
  2. Markus Graf wrote:

    Zum Thema passend eine Debatte auf politnetz.ch: http://gewaltspiele.politnetz.ch/

    Thursday, July 16, 2009 at 11:12 | Permalink
  3. Das Killerspiel nicht die Ursache für Amokläufe sein können beweist ja schon alleine die Tatsache, dass es bereits Amokläufe gab ehe es Computer gab. Und gemäss der Aussage einiger Fachleute gab es früher sogar mindestens gleichviele Amokläufe wie heute. Das einzige was im Verrlauf der Jahrzehnte wirklich zugenommen hat ist die Berichterstattung über solche Ereignisse.

    Es gibt übrigens auch eine Diskussion auf DailyTalk.ch zu diesem Thema: http://www.dailytalk.ch/forum/region-ostschweiz/standesinitiative-gegen-killerspiele/

    Saturday, October 10, 2009 at 21:24 | Permalink

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