In einem Artikel in “Gehirn und Geist” wird über die Rolle von Psychologen bei der Entwicklung “innovativer Verhörmethoden” berichtet. Bereits 1963 beschrieb die CIA in ihrem Verhörhandbuch “Kubark“, wie man Gefangene zu behandeln hat um sie möglichst schnell zu einem Geständnis zu bringen. Beispielsweise führt ein ständiges vor- und zurückdrehen der Uhr zu einer zeitlichen Desorientierung. Des weiteren soll die Erfahrungswelt immer wieder unberechenbar gestört und chaotisch gestaltet werden, was als “Alice-in-Wonderland-Technick” bezeichnet wird.
…Es können auch zwei oder mehr Fragen gleichzeitig gestellt werden. Stimmlage,
Ton und Lautstärke der Stimmen der Vernehmer stehen in keinerlei Zusammenhang mit der
Bedeutung der Fragen. Es darf kein Muster an Fragen und Antworten entstehen und die
Fragen dürfen in keiner logischen Beziehung zueinander stehen…
Die Verhöre der Terrorverdächtigen nach dem 11 September markierte den Höhepunkt in der Entwicklung von psychologischen Verhörmethoden. Protokolle aus Guantanamo bewiesen, dass Gefangene bis zu 20 Stunden am Stück befragt wurden. Methoden wie Pride and Ego down, wurden angewandt, wobei muslimische Gefangene nackt vor weiblichen Aufsehern befragt wurden und dabei misshandelt wurden.
An den Verhörmethoden beteiligt, waren hochrangige Psychologen, die auch der American Psychological Association (APA) angehörten. Die Mitglieder der APA zeigten ein geringes Interesse, die Verletzung der Menschenrechte innerhalb ihrer Organisation zu untersuchen. Zwar wurde eine Kommission vom APA-Präsidium ins Leben gerufen, welche die Misshandlungen untersuchen sollen, doch stellte sich heraus, dass fünf der neun Kommissionsmitglieder Militärpsychologen waren und selbst an den Folterungen beteiligt waren. Nach dem politischen Machtwechsel in den USA verschloss die APA ihre Augen nicht mehr und betonte, dass sich Psychologen nicht mehr an der Verletzung von Menschenrechten beteiligen dürften. Doch nützt dies den Opfern nichts und es ist auch keine Garantie für künftige Menschenrechtsverletzungen. Umfragen hätten gezeigt, dass jeder vierte US-Bürger den Verbrechen nicht weiter nachgehen würde. Also Schwamm drüber?
Folterexperten – Die geheimen Methoden der CIA
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