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Warum Menschen nicht helfen – Verantwortungsdiffusion, Passivität und die Furcht vor einer Blamage

Fühlen sie sich wohl wenn sie einige Leute um sich haben? Denken sie oft, dass ihnen schon geholfen wird, wenn sie sich vor etwas oder jemand ängstigen, weil sie sich extra in die Umgebung von Menschen begeben haben? Dann ist ihnen eine grobe Fehleinschätzung unterlaufen. Das umgekehrte ist der Fall.

Warum hilft niemand? Weshalb stehen alle nur scheinbar apathisch da? Eine Erfahrung beziehungsweise Einsicht, die keinem Opfer zu wünschen ist, doch ist dieses Verhalten eine traurige Realität, die ich selbst schon des öfteren beobachten musste. Glücklicherweise hatte ich noch nie die Rolle des Opfers inne.

Drei Gründe sind zu nennen, warum Menschen anderen Menschen in einer Notsituation nicht helfen:

  1. Bei der Verantwortungsdiffusion verteilt sich die Verantwortung einzugreifen auf alle Beobachtenden. Je mehr Personen einem Ereignis beistehen, desto weniger fühlt sich jeder einzelne verantwortlich einzugreifen.
  2. Notsituationen sind einzigartige Vorfälle in denen Beistehende versuchen herauszufinden was zu tun ist. Wird keine schnelle Antwort gefunden werden sie unbeabsichtigt passiv. Daraus resultiert, dass viele die Aussage machen, es sei gar nichts geschehen. Kommt dann auch noch ein unterbewusstes tiefes Bedauern der Passivität hinzu, kann es zum kompletten Vergessen des Ereignisses kommen. Oft wird berichtet nichts gesehen zu haben, obschon das Gegenteil der Fall ist.
  3. Auch kann es sein, dass die Situation nicht eindeutig ist und nicht eingeschritten wird, weil die Angst vorherrscht sich bei einer Fehleinschätzung zu blamieren.

Doch gibt es auch verstärkende Effekte, wenn beispielsweise die Beobachter in Zeitnot sind. Eine Gruppe Theologiestudierenden besprach das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und danach wurde ihnen gesagt sie seien für den nächsten Termin in einem anderen Gebäude bereits spät dran. Auf dem Weg dorthin liefen 70% dieser, mit Barmherzigkeit prall gefüllten Theologiestudenten, an einem gestürzten, wahrscheinlich bewusstlosen Opfer vorbei. Lediglich 30% nahmen es in kauf zu spät zu kommen um dieser Person zu helfen. Dieses Experiment von Darley  und Batson im Jahre 1973 macht deutlich, dass das Leisten von Hilfe keine Selbstverständlichkeit ist.

Doch da sie, verehrter Leser, von der Problematik nun wissen, werden sie selbst besser Reagieren. Eine Studie von Beaman, Barnes, Klentz und McQuirk zeigte im Jahre 1978, dass Personen die mit dieser Problematik konfrontiert wurden danach eher halfen.

Eindrucksvolle Szenen:

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