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Mythen um Amokläufer – Ein Experte berichtet

Im Vortrag “Was tun, um Amokläufe zu verhindern?” von Dr. Jens Hoffmann räumt er die Mythen und Vorurteilen von Amoktätern auf.

  1. Amokläufer rasten plötzlich aus. Das dies nicht stimmt, zeigt unter anderem, dass alle deutschen Fälle ein Muster von  intensiver Vorbereitungen und Planung hatten. Diese Taten waren nicht durch Spontanität geprägt. Diese Leute sind meist ruhig konzertiert und richten Leute präzise hin. Das hängt damit zusammen, dass Säugetiere, also auch wir Menschen, zwei grundsätzliche Formen von Gewalt in unserem Verhaltensrepertoir haben. Die Eine ist die so genannte Kampf- oder Fluchtreaktion, wobei die Gewaltbereitschaft wieder sehr schnell abnimmt. Die Andere Form der Gewalt ist der Jagdmodus, der evolutionär aus der Jagd entstanden ist. Dieser Modus ist kalkulierend, langfristig und nicht situativ bedingt. Der Täter kennt kein Mitgefühl mehr. Diese Form der Tötung war früher zweckmässig im Sinne der Nahrungsbeschaffung, heute pervertiert als die zielgerichtet Tötung.
  2. Man kann es nicht erkennen. Der Mythos, dass man es nicht erkennen kann impliziert, dass man keine Prävention durchführt. Wird keine Prävention durchgeführt kann man es entsprechend auch nicht erkennen. Die Aussage, dass man halt nichts machen kann ist ein Widerspruch in sich.
  3. Es passiert andern aber nicht mir. Das Verneinen eines Problems dient zur Stabilisation unserer Emotionen und ist insofern ein wichtiger Faktor in der inneren Balance. Dieses Verneinen birgt aber auch das Risiko, dass man unter Umständen nicht genau hinschaut. Man darf zwar auch keine falsche Panik entwickeln, denn solche Taten sind extrem selten, doch mit verehrendem Ausgang.
  4. Es gibt ein Profil von solchen Tätern. Problematisch ist die Assoziation mit Gewaltspielen, Einzelgängern etc., da dem Amoklauf damit ein Persönlichkeitseigenschaft zugeordnet wird. In Tat und Wahrheit ist es aber der Endpunkt einer krisenhaften Situation.

Der vierte Punkt beantwortet unter Anderem meine kritische Frage, ob ich ein potentieller Amokläufer sei. Die Diskussion auf politnetz.ch geht in ähnliche Richtung was das Profilbezogenheit von Gewaltspielen angeht.

(Gefunden via PsychoLog)

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