Viele Psychische Krankheiten insbesondere Depressionen werden mit Antidepressiva behandelt. Bekannt ist, dass Depressionen meist mit einem Serotoninmangel einher gehen. Ein Angriffspunkt von Antidepressiva ist die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die Synapse, so dass im synaptischen Spalt mehr Serotonin zur Verfügung steht. Diese Hemmung der Wiederaufnahme wird mit sogenannten SSRI (selective serotonin reuptake inhibitor) erreicht. Die Wirksamkeit von SSRI und sowieso den meisten psychoaktiven Substanzen wird mittels Korrelationsstudien nachgewiesen. Das Problem an diesen Studien ist, dass diese keinen kausalen Zusammenhang aufweisen, sondern nur aussagen, dass es den Patienten nach der Einnahme von SSRIs besser geht. Über deren Wirkungsmechanismen sei noch sehr wenig bekannt. Ausserdem sind diese in 20% der Fälle unwirksam.
Diese Unsicherheit führte auch dazu, dass man eine erhöhte Suizidrate diesen Medikamenten zuschrieb. Insbesondere die scientologischen Kreuzritter nutzen das Argument gerne, dass die Einnahme von Antidepressiva zu einem erhöhten Drang führe sich umzubringen. Die Botschaft wird eifrig von den Jüngern in Schweizer Strassen verbreitet und mit dem schlagenden Satz “Psychiatrie tötet” plakatiert. Der Biopsychologie Dozent der Universität Zürich wurde mit anonymen E-Mails beehrt, als er sich in einer Vorlesung kritisch gegenüber dieser Organisation zeigte. Doch zurück zum Thema.
Dass die Einnahme von Antidepressiva zum erhöhten Drang des Suizids führe wurde im Jahr 2003 durch eine Studie von Arif Khan M.D, Shirin Khan, Russell Kolts Ph.D und Walter A. Brown M.D wiederlegt.
Results: Of 48,277 depressed patients participating in the trials, 77 committed suicide. Based on patient exposure years, similar suicide rates were seen among those randomly assigned to an SSRI (0.59%, 95% confidence interval [CI]=0.31%–0.87%), a standard comparison antidepressant (0.76%, 95% CI=0.49%– 1.03%), or placebo (0.45%, 95% CI=0.01%–0.89%).
Conclusions: These findings fail to support either an overall difference in suicide risk between antidepressant- and placebotreated depressed subjects in controlled trials or a difference between SSRIs and either other types of antidepressants or placebo.
Bekannt ist, dass bis zu 15% der schwer Depressiven sich das Leben nehmen. Dies hat jedoch weniger mit der Einnahme von Medikamenten zu tun sondern ist auf die Krankeit an und für sich zurück zu führen. Man bedenke, dass geschätzte 6% aller Menschen in diesem Moment zumindest eine depressive Phase haben, die Hälfte davon unbehandelt.
Damit sollte die Diskussion um Selbstmord und Antidepressiva geklärt sein. Bleibt noch zu bedenken wie viele Menschen erfolgreich behandelt worden sind und nun ein stabileres und glücklicheres Leben führen können durch die zeitweise Einnahme von Antidepressiva.
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