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Der Schuss im Hörsaal – Kovariationsprinzip und Konfigurationsansatz von Kelley

Hans sitzt noch etwas verschlafen im Hörsaal, checkt noch seine Mails und plötzlich Baaannnngg ein Schuss fällt.  Hans schreckt auf und verschüttet dabei Kaffe über seine Hose.

Warum hat Hans mit diesem Schreckhaften Verhalten Reagiert?

Laut Harold Kelleys Kovariationsprinzip analysiert der Mensch drei Informationen, um zu einer internen oder externen Attribution zu gelangen:

  • Konsensus: Beschreibt, wie sehr auch andere Personen in derselben Situation in gleicher Weise reagieren wie der Akteur. Der Konsensus ist hoch, wenn viele andere Personen ähnlich reagieren und niedrig, wenn wenige andere Personen so reagieren.
  • Distinktheit: Beschreibt, wie sich der Akteur in anderen Situationen verhält. Die Distinktheit ist hoch, wenn sich die Person nur in wenigen Situationen so verhält und niedrig, wenn sich die Person auch in vielen anderen Situationen so verhält.
  • Konsistenz: Beschreibt, ob das Verhalten des Akteurs in ähnlichen Situationen über verschiedene Zeitpunkte hinweg auftritt. Die Konsistenz ist hoch, wenn das Verhalten über verschiedene Zeitpunkte hinweg auftritt und gering, wenn das Verhalten nur zu wenigen Zeitpunkten auftritt.

Quelle: Wikipedia

Nach Kelley sucht der Mensch nach Ursachen für ein Verhalten welche mit dem beobachteten Verhalten kovariieren.  Dabei unterscheidet er drei Ursachen.

  1. Die Person: Dabei liegt die Ursache in der Person selbst.
    Hans ist sehr schreckhaft, denn der Schuss war nur ein Buch das zu Boden fiel. Der Konsens ist gering, denn nicht alle Studenten erschraken. Die Distinktheit ist niedrieg weil Hans auch sonst bei jedem plötzlichen Geräusch zusammenzuckt. Die Konsistenz ist hoch, denn er würde immer zusammenzucken wenn ein Buch fällt.
  2. Der Stimulus: Die Ursache liegt im Reiz.
    Der Konsens ist hoch, die Distinktheit ist hoch und die Konsistenz ist hoch, denn ein Mitstudent läuft tatsächlich Amok. In dieser Situation erschrecken alle Studenten, vor allem in dieser Situation und zu jeder Zeit.
  3. Die Umstände: Unser lieber Hans sitzt in einer Physikvorlesung und der Professor demonstriert gerade ein Experiment mit einer Schusswaffe. Der Konsens ist niedrig weil alle die Aufpassen wissen, dass es gleich mächtig knallt. Die Distinktheit ist hoch denn Hans hat einfach geschlafen und sah nicht was der Professor vorne gleich macht. Der Knall überrascht ihn schlicht, denn hätte er aufgepasst würde er nicht erschrecken. Normalerweise ist das auch der Fall weshalb die Konsistenz niedrig ist.

Das Beispiel lässt sich natürlich auch auf den Konfigurationsansatz von Kelley anwenden, welcher besagt, dass nicht alle Informationen zwingend bekannt sein müssen um auf die drei Ursachen zu attribuieren.

  1. Die Person (Distinktheit niedrig)
    Hans zuckt sowieso bei jedem plötzlichen Geräusch zusammen.
  2. Der Stimulus (Konsens hoch)
    Wenn alle Zusammenzucken liegt es nahe, dass wirklich etwas passiert ist was zur Vorsicht ermahnt.
  3. Die Umstände (Konsistenz niedrig)
    Hans reagiert in ähnlichen Situationen nicht so schreckhaft wenn er bei der Sache ist. Der Umstand, dass er abgelenkt war führte zum Schreck.

Viele Beispiele zur Kovariationsprinzip sind oberflächlich und langweilig. Ich hoffe damit ein unterhaltendes Beispiel gefunden zu haben das sich gut lernen lässt.

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