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Lebensmittel aus dem Abfall – Ein erster Containering-Versuch

Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel schaffen es nicht zum Konsumenten, obschon diese eigentlich noch gut wären. Vieles landet einfach im Müll. In der Schweiz wird einiges der Schweinemast zugeführt oder der Organisation “Tischlein deck dich” gespendet, welche die Ware nahezu kostenlos an soziale Einrichtungen weiterleitet. Doch lange nicht alle machen da mit und meist landet das Zeugs einfach im Container.

Ich wollte das selber gesehen haben. Inspiriert von Fay Furness entschied ich mich selber mal zu Containern, also Lebensmittel aus den Containern von Lebensmittelläden zu holen. Ziel war es erstmals einfach die Lage zu sondieren und zu schauen ob die Container überhaupt erreichbar sind, denn ich dachte, dass fast alle Schweizer Lebensmittelläden alles wegschliessen würden. Insbesondere bei den Grossverteilern wirds schwierig, doch bin ich doch noch fündig geworden. Brav eingeschlossen stappelte sich bei einem Lebensmittelladen das Brot schon fast kiloweise. Einige Meter daneben stand eine unscheinbare unverschlossene Tonne und darin befand sich tatsächlich einige Mini-Ananas, Orangen und mein Lieblingsjoguhrt. Alles noch frisch und wunderbar geeignet für einen Silvester-Fruchtsalat. Wahrenwert ca. 15.- Sfr. Auf einmal gesellte sich ein älterer Mann hinzu und ich traute meinen Ohren nicht, als dieser sagte, dass er ab und zu vorbei komme und noch etwas rausfische. Er sei hier auch ab und an mal von der Polizei ermahnt worden, denn man sähe das nicht gerne. Befürchten muss man jedoch kaum etwas. So meint Markus Melzel, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft: „Was weggeworfen wird und nicht für Dritte bestimmt ist, gehört niemandem mehr. Wenn man nicht über einen Zaun steigen oder ein Schloss aufbrechen muss, um an die Waren heranzukommen, dann ist gegen das Containern nichts einzuwenden.“[wp]. Ich werde ihm das sagen, wenn ich ihn wiedermal sehe.

Mehr Informationen und auch interesannte Videos finet ihr unter http://www.foodwaste.ch/.

One Comment

  1. Fay Furness wrote:

    Danke für die Erwähnung und das gute Bericht deiner Erfahrung. Nur eine Korrektur: Tischlein deck dich gibt waren nicht “kostenlos” an soziale Einrichtungen (zumindest in der Regel). Auch Sozialhilfeempfänger müssen z.B. ein Franken pro Ware bezahlen. Also, das Kapitalistisches Denken bleibt. Lieber habe ich die zwei neuen “Free Stores” aus Neu Zealand, wo man gratis Waren mitnehmen kann gemäss eine selbst-eingestuffte Bedarf (keine Behörden!). Hier die Links: http://thefreestore.org.nz/ und http://justzilch.org/

    Containern finde ich wichtig, um Aufmerksamkeit für Lebensmittelverschwendung zu bekommen. Aber wir müssen gleichzeitig “up- stream” Lösungen finden – also Lösungen, dort woher die Problemen stammen.

    Monday, January 2, 2012 at 09:25 | Permalink

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