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	<title>Braindump &#187; Ethik</title>
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	<description>(engl.; deutsch: Hirnauszug, „Gedächtnisprotokoll“, „das was hängengeblieben ist“)</description>
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		<title>Warum Menschen nicht helfen &#8211; Verantwortungsdiffusion, Passivität und die Furcht vor einer Blamage</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 20:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[studie]]></category>

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		<description><![CDATA[Fühlen sie sich wohl wenn sie einige Leute um sich haben? Denken sie oft, dass ihnen schon geholfen wird, wenn sie sich vor etwas oder jemand ängstigen, weil sie sich extra in die Umgebung von Menschen begeben haben? Dann ist ihnen eine grobe Fehleinschätzung unterlaufen. Das umgekehrte ist der Fall. Warum hilft niemand? Weshalb stehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fühlen sie sich wohl wenn sie einige Leute um sich haben? Denken sie oft, dass ihnen schon geholfen wird, wenn sie sich vor etwas oder jemand ängstigen, weil sie sich extra in die Umgebung von Menschen begeben haben? Dann ist ihnen eine grobe Fehleinschätzung unterlaufen. Das umgekehrte ist der Fall.</p>
<p>Warum hilft niemand? Weshalb stehen alle nur scheinbar apathisch da? Eine Erfahrung beziehungsweise Einsicht, die keinem Opfer zu wünschen ist, doch ist dieses Verhalten eine traurige Realität, die ich selbst schon des öfteren beobachten musste. Glücklicherweise hatte ich noch nie die Rolle des Opfers inne.</p>
<p>Drei Gründe sind zu nennen, warum Menschen anderen Menschen in einer Notsituation nicht helfen:</p>
<ol>
<li>Bei der Verantwortungsdiffusion verteilt sich die Verantwortung einzugreifen auf alle Beobachtenden. Je mehr Personen einem Ereignis beistehen, desto weniger fühlt sich jeder einzelne verantwortlich einzugreifen.</li>
<li>Notsituationen sind einzigartige Vorfälle in denen Beistehende versuchen herauszufinden was zu tun ist. Wird keine schnelle Antwort gefunden werden sie unbeabsichtigt passiv. Daraus resultiert, dass viele die Aussage machen, es sei gar nichts geschehen. Kommt dann auch noch ein unterbewusstes tiefes Bedauern der Passivität hinzu, kann es zum kompletten Vergessen des Ereignisses kommen. Oft wird berichtet nichts gesehen zu haben, obschon das Gegenteil der Fall ist.</li>
<li>Auch kann es sein, dass die Situation nicht eindeutig ist und nicht eingeschritten wird, weil die Angst vorherrscht sich bei einer Fehleinschätzung zu blamieren.</li>
</ol>
<p>Doch gibt es auch verstärkende Effekte, wenn beispielsweise die Beobachter in Zeitnot sind. Eine Gruppe Theologiestudierenden besprach das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und danach wurde ihnen gesagt sie seien für den nächsten Termin in einem anderen Gebäude bereits spät dran. Auf dem Weg dorthin liefen 70% dieser, mit Barmherzigkeit prall gefüllten Theologiestudenten, an einem gestürzten, wahrscheinlich bewusstlosen Opfer vorbei. Lediglich 30% nahmen es in kauf zu spät zu kommen um dieser Person zu helfen. Dieses Experiment von Darley  und Batson im Jahre 1973 macht deutlich, dass das Leisten von Hilfe keine Selbstverständlichkeit ist.</p>
<p>Doch da sie, verehrter Leser, von der Problematik nun wissen, werden sie selbst besser Reagieren. Eine Studie von Beaman, Barnes, Klentz und McQuirk zeigte im Jahre 1978, dass Personen die mit dieser Problematik konfrontiert wurden danach eher halfen.</p>
<p>Eindrucksvolle Szenen:<br />
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		<title>Das betrachten von kinderpornographischem Material impliziert selten das Verlangen sich selbst an Kindern zu vergehen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 16:21:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[forensische psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[sex]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Presse hören wir immer wieder, wie Kinderporno-Ringe ausgehoben werden. Hunderte Hausdurchsuchungen werden dabei durchgeführt und etliche Delinquenten  verhaftet, meist sogar auf Internationaler Ebene. Dabei sind im Fokus der Ermittler vor allem die Täter und weniger die Konsumenten. Gründe dafür sind, dass der Begriff des Konsums oft nicht eindeutig definiert ist und die meisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Presse hören wir immer wieder, wie Kinderporno-Ringe ausgehoben werden. Hunderte Hausdurchsuchungen werden dabei durchgeführt und etliche Delinquenten  verhaftet, meist sogar auf Internationaler Ebene. Dabei sind im Fokus der Ermittler vor allem die Täter und weniger die Konsumenten. Gründe dafür sind, dass der Begriff des Konsums oft nicht eindeutig definiert ist und die meisten Staaten den Konsum noch nicht explizit unter Strafe stellen. Eine Ausnahme bildet die Schweiz. Doch ein anderer ganz wesentlicher und für viele sehr überraschender Grund ist, dass der Konsum von Kinderpornografischem Matierial mittlerweile so stark verbreitet ist, dass die Verfolgung jedes Deliktes rein technisch nicht durchführbar ist. Seit 2003 nimmt die Koordinationsstelle für die Bekämpfung der Internetkriminalität <a href="http://www.cybercrime.ch/" target="_blank">KOBIK</a> regelmässig Stichproben aus dem Datenverkehr. In diesen Stichproben wird mit Hashwerten bekannter illegaler Dateien nach verdächtigen Transaktionen gesucht. Dabei entstehen jährlich ca. 300 &#8211; 400 Dossiers, die durch die kantonalen Behörden verfolgt werden und in 80% der Fälle zu einer Verurteilung führen.</p>
<p>Wenn wir die vergangenen 6 Jahre betrachten sind das immerhin 1800 &#8211; 2400 verdächtige Personen wobei die Dunkelziffer nicht ab zu schätzen ist. Die Gretchenfrage lautet also, ob sich solche Personen effektiv an Kindern vergehen werden oder bereits vergangen haben? Untersuchungen zeigen, dass der Konsum von kinderpornografischem Material nicht zwingend das Verlangen impliziert sich selbst an einem Kind zu vergehen.</p>
<p>Prognosekriterien für einen Kindsmissbrauch sind*</p>
<blockquote>
<ul>
<li>Vorstrafen mit sexuellen Kontaktdelikten sowie eine polytrope (vielschichtige) Vordelinquenz</li>
<li>Aktivitäten im Internet zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Opfern oder Kindsmissbrauchern</li>
<li>Diagnose einer Pädophilie, insbesondere vom ausschliesslichen Typ</li>
<li>tiefgreifende Persönlichkeitsauffälligkeiten (Persönlichkeitsstörungen), insbesondere (zusätzlich zu ängstlich, abhängig und schizoiden) auch aus dem Cluster B (dissozial, emotionalinstabil, narzisstisch)</li>
<li>Selbsterleben als für adulte Sexualpartner sexuell unattraktiv</li>
<li>Suchtmittelkonsum</li>
<li>eigener erlebter sexueller Missbrauch</li>
<li>Lebensstil auf den Kontakt mit Minderjährigen ausgerichtet (Beruf und Freizeit)</li>
<li>sexuelle Kontaktemit Prostituierten im legalen Grenzbereich zum Schutzalter</li>
<li>Verstösse gegen Auflagen und Persistenz des Konsums illegaler Pornographie trotz strafrechtlicher Verurteilung</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Für Konsumenten bei denen die genannten Risikomerkmale fehlen gibt es keine wissenschaftliche Evidenz für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Übergriffs. Eine Statistik einer bislang unveröffentlichten Studie anhand 4500 verzeichneten Straftaten zeigt ein äquivalentes Bild.</p>
<blockquote><p>8% der wegen Kinderpornographie verurteilten Personen wurden gleichzeitig wegen Kindsmissbrauches verurteilt. Insgesammt 10% wurden in einem Beobachtungszeitraum von 5.5 Jahren rückfällig: 3.3% mit illegaler Pornographie und 0.7% mit Kindsmissbrauch. &#8230;</p>
<p>&#8230; Von den ausschliesslichen Konsumenten illegaler Pornographie wurden 9,7% rückfällig: 2,8% mit illegaler Pronographie und 0,2% mit Kindsmissbrauch.*</p></blockquote>
<p>Auf unsere Zahlen angewandt kann man also davon ausgehen, dass von den 1800 &#8211; 2400 Personen ca. 14 tatsächlich einen Kindsmissbrauch  begehen.</p>
<p>Gesellschaftlich ist es nun gefährlich die sehr grosse Gruppe der Konsumenten von Kinderpornographischem Material vor zu verurteilen, da statistisch kein signifikanter Zusammenhang zwischen Konsum und späteren Kindsmissbrauch vorhanden ist.</p>
<p>* Mehr dazu findet sich im Artikel &#8220;<a href="http://www.springerlink.com/content/e7538v8527208244/?p=8b495d793f7f4327af460679700f1eb8&amp;pi=2" target="_blank">Konsumenten illegaler Internet-Pornographie – psychische Auffälligkeiten und Risiken der Straffälligkeit</a>&#8221; von Marc Graf und Volker Dittmann (Forensische Abteilung, Universitäre Psychiatrische Kliniken UPK, Wilhelm Klein-Strasse 27, 4025 Basel, Schweiz).</p>
<p>Aktuell: <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article11341835/Kann-Kinderpornografie-die-Missbrauchsrate-senken.html" target="_blank">Kann Kinderpornografie die Missbrauchsrate senken?</a></p>
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		<title>Die Mär vom waffenlosen Dienst</title>
		<link>http://www.braindump.ch/2009/08/08/die-mar-vom-waffenlosen-dienst/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 17:08:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Braindump]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist der waffenlose Dienst ist wie ein Auto ohne Räder? Darf ein Mensch die Waffe verweigern? Der Dienst ohne Waffe macht für einen Füsilier sicher keinen Sinn, doch gibt es auch Bereiche der Armee in der die Waffe eher störend als nützliche sein wird. Michael Werder hat so einen Job. Er ist Ausleuchter Zentrum elektronischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist der waffenlose Dienst ist wie ein Auto ohne Räder? Darf ein Mensch die Waffe verweigern? Der Dienst ohne Waffe macht für einen Füsilier sicher keinen Sinn, doch gibt es auch Bereiche der Armee in der die Waffe eher störend als nützliche sein wird.</p>
<p>Michael Werder hat so einen Job. Er ist Ausleuchter <a href="http://www.lba.admin.ch/internet/lba/de/home/themen/zem.html" target="_blank">Zentrum elektronischer Medien</a>, doch seht selbst&#8230;<br />
<strong>Teil 1/2</strong><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/sxysDMg7srQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/sxysDMg7srQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>&#8230; und nun wird es ganz tragisch, man halte sich die Hand bereits an die Stirn.</p>
<p><strong>Teil 2/2</strong><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/tGEAJzCsco0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/tGEAJzCsco0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zuger_Attentat" target="_blank">Attentat von Zug</a> bei dem 14 Politiker ums leben kamen muss nun herhalten. Die These, ein Waffenträger hätte einiges verhindern können, zeigt wie naiv die Armee ihre Haltung gegen den waffenlosen Dienst verteidigt. Selbst der abgebrühteste Waffennarr wird nicht ohne zu zögern auf einen Angreifer schiessen. Solch infantiles Gedankengut mag vielleicht noch angehende Rekruten beeindrucken.</p>
<p>Mittels eines Antrages, der durch verschiedene Berichte ergänzt werden muss, kann man sich einer Gewissensprüfung unterziehen. Anders als im Film und etwas transparenter <a href="http://www.kirchenbote.ch/zuerich/glaubeleben/zivildienst/vernunft.htm" target="_blank">stellt dies der Kirchenbote</a> Zürich dar. Darf sich ein Psychologe anmassen, nach einem solch kurzen Gespräch bereits eine Beurteilung ab zu geben. Und warum sind allein ethische Motive relevant? Wie werden die diese Motive gewichtet?</p>
<p>Wer waffenlosen Dienst leisten will, soll dies können. In der Armee gibt es genug Tätigkeiten, die sogar in Zivil ausgeführt werden können. Schiesswütige Rambos, die gerne zur Waffe greifen finden sich unter den Rekruten immer noch.</p>
<p>Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Laut <a href="http://www.gsoa.ch/themen/armee-und-zivildienst/2009/04/gewissensprufung-abgeschafft/" target="_blank">GSoA</a> könne man seit dem 1. April 2009 sich der Gewissensprüfung entziehen und direkt den Zivildienst antreten. Dafür müsse man nur ein Formular ausfüllen. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht ein Armeetechnischer Aprilscherz ist.</p>
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