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	<title>Braindump &#187; Medien</title>
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	<description>(engl.; deutsch: Hirnauszug, „Gedächtnisprotokoll“, „das was hängengeblieben ist“)</description>
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		<title>Schweizer Fussgängerstreifen töten Menschen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 09:46:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[unfall]]></category>

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		<description><![CDATA[So oder ähnlich wird die plakative Aussage wahrscheinlich heissen, wenn die nächsten Tage nur noch ein braver Schweizer Bürger auf einem Zebrastreifen vor ein Auto rennt. Bereits werden erste Kampagnen ins Leben gerufen. Als kritisch denkender Mensch und der Statistik wohlgesonnen, betrachten wir das jedoch ganz nüchtern. Wieviele Fussgänger sterben auf Schweizer Strassen ungeachtet dessen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So oder ähnlich wird die plakative Aussage wahrscheinlich heissen, wenn die nächsten Tage nur noch ein braver Schweizer Bürger auf einem Zebrastreifen vor ein Auto rennt. Bereits werden erste <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/13131142" target="_blank">Kampagnen</a> ins Leben gerufen. Als kritisch denkender Mensch und der Statistik wohlgesonnen, betrachten wir das jedoch ganz nüchtern.</p>
<p>Wieviele Fussgänger sterben auf Schweizer Strassen ungeachtet dessen, ob sich der Unfall auf einem Fussgängerstreifen ereignet hat oder nicht? 2009: 80,2010: 75.  Das ist nicht gerade viel, wenn wir bedenken, dass täglich 7 Millionen Schweizer Bürger meist als Fussgänger unterwegs sind. Zum Vergleich; 2009 erhängten sich 328 Bürger, insgesamt begingen 1105 Personen Suizid. In der Schweiz ist es also 14 mal wahrscheinlicher aus freien Stücken zu sterben als dass man als Fussgänger überfahren wird.</p>
<p>Intuitiv kommt jedoch das Gefühl auf, dass diese Häufung tragischer Unfälle auf Fussgängerstreifen überzufällig ist. Prinzipiell gibt es drei Mechanismen die uns eine solches intuitive Gefühl vermitteln.</p>
<ol>
<li>Der Mensch hat die Angewohnheit in aufeinanderfolgenden Ereignissen einen  kausalen Zusammenhang zu sehen. Oft wird dies ausgedrückt als Anzahl Ereignisse, die  in einer Zeitspanne passieren. Das Problem dabei ist, dass diese Betrachtung nichts über den Zeitpunkt dieser Ereignisse aussagt. Auch bei sehr kleinen Wahrscheinlichkeiten ist es nicht ausgeschlossen, dass diese kurz aufeinander folgen. Ein Zusammenhang ist damit noch nicht gegeben.<a href="http://www.braindump.ch/wp-content/uploads/2011/12/vt.png"><img class="alignright size-full wp-image-1035" title="vt" src="http://www.braindump.ch/wp-content/uploads/2011/12/vt.png" alt="" width="500" height="400" /></a></li>
<li>Es gibt eine Verzerrung der Ergebnisse durch Ungleichheit in der Veröffentlichung. Nur weil sich die Presse momentan auf das Thema fokusiert, heisst das noch nicht, dass es solche Ereignisse in der Vergangenheit nicht auch regelmässig gegeben hat. Sie wurden nur nicht veröffentlicht. Das Problem im Fall der Unfälle auf Fussgängerstreifen ist, dass dies zu einem Problem hochstilisiert wird, dass sofort gelöst werden muss. Mit dieser Flut an Informationen über Tragödien verzerren die Medien aktiv unsere Vorstellung von der tatsächlichen Gefahr.</li>
<li>Es bleibt die Frage, ab wann ein Ereigniss überzufällig auftritt. Statistisch lässt sich das schätzen, doch unsere Intuition stimmt meist nicht mit dieser überein. Betrachtet man die Anzahl der im Strassenverkehr getöteten Fussgänger, so können Werte die zwischen 73 und 99 liegen auch rein zufällig entstehen, mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5%. Wenn Beispielsweise im Jahr 2011 95 Fussgänger sterben würden, also 20 mehr als 2010, so scheint das zwar viel zu sein, über die Jahre gerechnet kann dieser Wert jedoch auch rein zufälllig entstehen.</li>
</ol>
<p>Statistische Quellen: <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/11/06.html" target="_blank">Bundesamt für Statistik Schweiz</a></p>
<p>Update:<br />
Aus reiner Neugier fragte ich mich nun, wie den die Presse im Jahr 2010  bezüglich dieser Thematik ausgesehen hat und siehe da, was man da findet: &#8220;<a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/aargau/das-risiko-auf-dem-zebrastreifen-163406" target="_blank">Zehn Unfälle in einer Woche! Das Risiko auf Zebrastreifen.</a>&#8220;.  Die Schlagzeile wirkt schon fast grotesk angesichts der sinkenden Zahlen, auch wenn natürlich 75 tödliche Unfälle absolut betrachtet zuviel sind, um diese Diskussion bereits vorweg zu nehmen.</p>
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		<title>Die Medien sind die Schweine! &#8211; Die mediale Virenphobie</title>
		<link>http://www.braindump.ch/2009/11/22/die-medien-sind-die-schweine-die-mediale-virenphobie/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 23:49:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Braindump]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[risiko]]></category>
		<category><![CDATA[schweinegrippe]]></category>

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		<description><![CDATA[Man dachte schon es wäre vorbei, doch dann hat die Schweinegrippe doch noch zugeschlagen. Die Medien sind dankbar, den die jetzige Situation ist ein guter Nährboden für wilde Spekulationen, Verschwörungstheorien und das anprangern von Fachleuten. Das füllt die Titelseiten und in jedem Toten suhlen sich die Journalisten. Am 10.November 2009, als die ersten Impfdosen für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man dachte schon es wäre vorbei, doch dann hat die Schweinegrippe doch noch zugeschlagen. Die Medien sind dankbar, den die jetzige Situation ist ein guter Nährboden für wilde Spekulationen, Verschwörungstheorien und das anprangern von Fachleuten. Das füllt die Titelseiten und in jedem Toten suhlen sich die Journalisten.</p>
<p>Am 10.November 2009, als die ersten Impfdosen für Risikopatienten ausgeteilt wurden, kam ich am Impfzentrum vorbei und erinnerte mich an den Film &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Outbreak_–_Lautlose_Killer" target="_blank">Outbrake</a>&#8221; mit Dustin Hoffman. Eine Warteschlange bildete sich vor dem Eingang, der jedoch nur von einem unscheinbaren Securitas-Mann bewacht wurde. Keine Soldaten in Ganzkörper-Schutzanzügen mit dem entsicherten Sturmgewehr 90 im Anschlag.  Das Bild ging selbstverständlich durch die Presse, wobei es dort natürlich viel spektakulärer wirkte. Ich lies mich übrigens einige Stunden später selbst dort impfen. Keine fünf Minuten musste ich warten und der Securitas-Mann hatte, wahrscheinlich aus Langeweile, auch schon längst das Weite gesucht.</p>
<p>Und dann kam die Hiobsbotschaft doch noch. Zum entzücken der Medien starben dann gleich drei Schweizer fast hinter einander! Die Schweiz war ausser sich. Im Radio flennte der Moderator fast als das erste Opfer, ein Säugling, bekannt gegeben wurde. Mittlerweile gibt es also schätzungsweise 20&#8217;000 Infizierte und 3 Tote. Und gerade hier wollen wir doch mal einen kleinen Exkurs machen und uns fragen, wie das Verhältnis den ist. In der Schweiz sind demnach 0.15 Promille der Infizierten gestorben. Und nun kommt noch das Sahnehäubchen. Das Baby kam mit einem Herzfehler zur Welt und litt an einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Das eine Opfer hatte Diabetes, das Andere hatte AIDS und war herzinsuffizient. AIDS ist eine Immunschwächekrankheit, wobei schubweise das Immunsystem fast ganz zum erliegen kommt. Wir haben also drei teils massiv vorbelastete Patienten. Da reicht oft bereits schlecht gelauntes Pflegepersonal um hops zu gehen.</p>
<p>Die Presse spricht mittlerweile vom Impfchaos. Auch letzten Donnerstag bin ich wieder am Impfzentrum vorbei gegangen und sah dort einen Kameramann. Dieser wartete ganz offensichtlich darauf, gute Bilder zu bekommen vom wütenden Mob, der mit brennenden Fackeln und Heugabeln bewaffnet das Impfzentrum stürmen sollte. Doch wartete er wahrscheinlich noch lange, denn niemand war dort und niemanden interessierte es.</p>
<p>Das Problem besteht nun darin dass die Publikationen der Medien nur Schall und Rauch sind. Ein echtes Problem werden wir jedoch bekommen, wenn es einmal passiert, dass ein wirklich tödliches Virus um sich greift. Dann wird die Bevölkerung, dank des jetzigen unangepassten Verhaltens der Medien, desensibilisiert sein und das Ganze verharmlosen bis es zur Katastrophe kommt.</p>
<p>Und zu guter letzt find ich es den 3 Opfern gegenüber respektlos ihr Schicksal, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, in der Presse breit zu treten.</p>
<p>Mehr zum Thema</p>
<p><a href="http://www.meinpolitikblog.de/2009/09/03/schweinegrippe-wie-konnte-diese-hysterie-nur-entstehen/" target="_blank">Wie konnte diese Hysterie nur entstehen?</a></p>
<p><a href="http://lifeenhancingtrivia.blogspot.com/2009/11/opfer-der-schweinegrippe-hysterie.html" target="_blank">Wird Winnie Puuh stigmatisiert?</a></p>
<p><a href="http://blog.macblue.net/2009/12/28/interessante-fakten-rund-um-die-schweinegrippe-hysterie/" target="_blank">Fakten und Zahlen?</a></p>
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