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	<title>Braindump &#187; Psychiatrie</title>
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	<description>(engl.; deutsch: Hirnauszug, „Gedächtnisprotokoll“, „das was hängengeblieben ist“)</description>
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		<title>Die Mär vom Antidepressiva, das einen in den Selbstmord treibt</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 08:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Psychische Krankheiten insbesondere Depressionen werden mit Antidepressiva behandelt. Bekannt ist, dass Depressionen meist mit einem Serotoninmangel einher gehen. Ein Angriffspunkt von Antidepressiva ist die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die Synapse, so dass im synaptischen Spalt mehr Serotonin zur Verfügung steht. Diese Hemmung der Wiederaufnahme wird mit sogenannten SSRI (selective serotonin reuptake inhibitor) erreicht. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Psychische Krankheiten insbesondere Depressionen werden mit Antidepressiva behandelt. Bekannt ist, dass Depressionen meist mit einem Serotoninmangel einher gehen. Ein Angriffspunkt von Antidepressiva ist die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die Synapse, so dass im synaptischen Spalt mehr Serotonin zur Verfügung steht. Diese Hemmung der Wiederaufnahme wird mit sogenannten SSRI (selective serotonin reuptake inhibitor) erreicht. Die Wirksamkeit von SSRI und sowieso den meisten psychoaktiven Substanzen wird mittels Korrelationsstudien nachgewiesen. Das Problem an diesen Studien ist, dass diese keinen kausalen Zusammenhang aufweisen, sondern nur aussagen, dass es den Patienten nach der Einnahme von SSRIs besser geht. Über deren Wirkungsmechanismen sei noch sehr wenig bekannt. Ausserdem  sind diese in 20% der Fälle unwirksam.</p>
<p>Diese Unsicherheit führte auch dazu, dass man eine erhöhte Suizidrate diesen Medikamenten zuschrieb. Insbesondere die scientologischen Kreuzritter nutzen das Argument gerne, dass die Einnahme von Antidepressiva zu einem erhöhten Drang führe sich umzubringen. Die Botschaft wird eifrig von den Jüngern in Schweizer Strassen verbreitet und mit dem schlagenden Satz &#8220;Psychiatrie tötet&#8221; plakatiert. Der Biopsychologie Dozent der Universität Zürich wurde mit anonymen E-Mails beehrt, als er sich in einer Vorlesung kritisch gegenüber dieser Organisation zeigte. Doch zurück zum Thema.</p>
<p>Dass die Einnahme von Antidepressiva zum erhöhten Drang des Suizids führe wurde im Jahr 2003 durch eine <a href="http://ajp.psychiatryonline.org/cgi/reprint/160/4/790.pdf" target="_blank">Studie von Arif Khan M.D, Shirin Khan,  Russell Kolts Ph.D und Walter A. Brown M.D</a> wiederlegt.</p>
<blockquote><p><strong>Results:</strong> Of 48,277 depressed patients participating in the trials, 77 committed suicide. Based on patient exposure years, similar suicide rates were seen among those randomly assigned to an SSRI (0.59%, 95% confidence interval [CI]=0.31%–0.87%), a standard comparison antidepressant (0.76%, 95% CI=0.49%– 1.03%), or placebo (0.45%, 95% CI=0.01%–0.89%).</p>
<p><strong>Conclusions</strong>: These findings fail to support either an overall difference in suicide risk between antidepressant- and placebotreated depressed subjects in controlled trials or a difference between SSRIs and either other types of antidepressants or placebo.</p></blockquote>
<p>Bekannt ist, dass bis zu 15% der schwer Depressiven sich das Leben nehmen. Dies hat jedoch weniger mit der Einnahme von Medikamenten zu tun sondern ist auf die Krankeit an und für sich zurück zu führen. Man bedenke, dass geschätzte 6% aller Menschen in diesem Moment zumindest eine depressive Phase haben, die Hälfte davon unbehandelt.</p>
<p>Damit sollte die Diskussion um Selbstmord und Antidepressiva geklärt sein. Bleibt noch zu bedenken wie viele Menschen erfolgreich behandelt worden sind und nun ein stabileres und glücklicheres Leben führen können durch die zeitweise Einnahme von Antidepressiva.</p>
<p>Weitere Links zu Thema:</p>
<p><a href="http://www.readers-edition.de/2009/11/12/suizidforschung-nach-dem-tod-von-robert-enke/" target="_self">Suizidforschung. Nach dem Tod von Robert Enke</a></p>
<p><a href="http://bertjensen.ch/drogen-oder-medikamente/" target="_blank">Drogen oder Medikamente?</a></p>
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		<title>Manfred Lütz &#8211; Irre! Wir behandeln die Falschen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 10:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Braindump]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Kommilitonin meinte mal, dass 95% der Menschen einen Schaden haben. Ihre These kann ich nur unterstützen und bereits vor meinem Psychologiestudium beschlich mich des öfteren der Gedanke, dass alle nicht ganz &#8220;normal&#8221; seien. Manchmal war es mir, als sei ich der eigentliche &#8220;irre&#8221; und das Tollhaus, die Gesellschaft rund um mich herum, sei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.braindump.ch/wp-content/uploads/2009/11/irre.jpg"><img class="size-medium wp-image-612 alignleft" title="irre" src="http://www.braindump.ch/wp-content/uploads/2009/11/irre-187x300.jpg" alt="irre" width="187" height="300" /></a> Eine Kommilitonin meinte mal, dass 95% der Menschen einen Schaden haben. Ihre These kann ich nur unterstützen und bereits vor meinem Psychologiestudium beschlich mich des öfteren der Gedanke, dass alle nicht ganz &#8220;normal&#8221; seien. Manchmal war es mir, als sei ich der eigentliche &#8220;irre&#8221; und das Tollhaus, die Gesellschaft rund um mich herum, sei der ganz normale Wahnsinn. Doch dies ist natürlich nur eine humorvolle Betrachtung. In Tat und Wahrheit sehe ich mich kerngesund, ich leide nicht. Obwohl schizophrene oder manische Personen auch völlig davon überzeugt sind &#8220;normal&#8221; zu sein. Muss ich mir jetzt sorgen machen?</p>
<p>Manfred Lützes Buch geht genau in die Richtung der Betrachtung zwischen &#8220;normal&#8221; und &#8220;irre&#8221;. Dabei vertritt er schlicht die provokante These, dass die Normalität eigentlich zu behandeln sei. Seine schon fast anmassend klingende Aussage untermauert er Anfangs mit sehr viel Humor. Im Weiteren beschreibt er einiges zur Geschichte der Psychiatrie und beleuchtet in unserer Gesellschaft oft missverstandene psychische Krankheiten. Objektiv und professionell geht er mit dem Thema der Medikation um. An vielen sehr unterhaltenden Beispielen zeigt er wie Personen behandelt werden und, dass diese eigentlich ganz liebenswerte Leute sind, mit denen man ganz gut zurecht kommt, wenn man etwas Geduld aufbringt.</p>
<p>Dieses Buch ist interessant für all jene Leute, die nicht wissen was die Psychiatrie ist. Es half mir persönlich viele Vorurteile ab zu bauen. Denn nicht nur der  Psychologie gegenüber sondern vor allem gegenüber Psychiatrie gibt es noch sehr viele Vorurteile. Eine psychische Krankheit ist in unserer Gesellschaft noch nicht als Krankheit akzeptiert sondern die Betroffenen werden oft stigmatisiert.</p>
<p>Als Leser muss man sich jedoch immer vor Augen halten, dass dieses Buch als populärwissenschaftlicher Kassenschlager konzipiert wurde. So werden die provokanten Thesen immer wieder gebetsartig wiederholt. Diverse Interviews mit Manfred Lütz  lassen sich inhaltlich praktisch gar nicht mehr unterscheiden. Trotzdem find ich es ein gelungenes Werk, denn gegen die Vermarktung guten Humors habe ich nichts einzuwenden.</p>
<p><strong>Autor: <span style="font-weight: normal;">Manfred Lütz</span><br />
ISBN-13:</strong> 978-3579068794, 208 Seiten</p>
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